Beamer – Wissenswertes auf einen Blick

Die Projektion großer Bilder fasziniert Menschen seit Jahrhunderten. Heute bringt die moderne Beamer-Technik digitale Großformat-Bilder in Besprechungs- und Konferenzräume, Klassenzimmer und Schulaulen. Wissenswertes über Beamer auf einen Blick.

Starke Bilder im Kinoformat

Bis ins 17. Jahrhundert geht die Begeisterung für Bildprojektionen zurück, als die Laterna magica für Furore sorgte. Als Magie müssen die Menschen auch die ersten Filmvorführungen erlebt haben. So löste das frühe Kino Anfang des 20. Jahrhunderts einen wahren Rausch aus. Seitdem hat sich die Projektions-Technologie stetig weiterentwickelt und ist längst nicht mehr dem Kinosaal vorbehalten: Leistungsstarke Projektoren werfen ihre Bilder auf Leinwände in Unternehmen, Schulen und Veranstaltungshallen. Sie sind ein wichtiger Teil der professionellen AV-Technik.

Beamer für Business und Bildung

Moderne Projektoren eignen sich hervorragend für Präsentationen in großen Besprechungsräumen. Sie können ohne Weiteres hochauflösende Bilder mit einer Größe von drei Metern und mehr auf die Leinwand werfen. Durch die Integration ins W-LAN lassen sie sich mühelos mit mobilen Endgeräten wie Smartphones, iPADS oder Notebooks verbinden. Mit ihren flexiblen Anschlussmöglichkeiten können sie zudem in ein maßgeschneidertes Kommunikationssystem aus Bild- und Tontechnik eingebunden werden. Auch Konferenz- und Veranstaltungsräume profitieren von der professionellen Medientechnik.

In den Klassenzimmern kommen häufig Beamer mit Touch-Eingabe als digitale Tafeln zum Einsatz, während Hochschulen für ihre großen Hörsäle auf klassische Installations-Projektoren setzen. Sie bieten gestochen scharfe Bilder mit einer Bilddiagonale von mindestens 300 Zoll (7,62 Meter), sodass die Lehrinhalte auch von den hinteren Reihen aus sehr gut erkennbar sind. Die Geräte eignen sich ebenso für Schulaulen, die in Verbindung mit der passenden Audiotechnik zu Multifunktionsräumen für Schulveranstaltungen und externe Events werden. Schulträger profitieren von den entsprechenden Vermietungsmöglichkeiten.

Projektions-Technik einfach erklärt

Um helle Bilder im Großformat erzeugen zu können, benötigen Projektoren eine starke Lichtquelle. Während die Laterna magica noch mit einer einfachen Kerze arbeitete, nutzen Lampenbeamer, die heute noch weit verbreitet sind, helle Glühlampen. Inzwischen gibt es allerdings modernere und langlebigere Technologien auf Laser- und LED-Basis. Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Licht-Technologien im Überblick:

Lampe

Die Lampe des Projektors muss auf kleinstem Raum extrem starkes Licht erzeugen, was eine enorme Belastung mit sich bringt. Deshalb muss die Lichtquelle in der Regel nach einer Betriebsdauer von 4.000 bis 5.000 Stunden ausgewechselt werden, was zu einem regelmäßigen Wartungsaufwand führt. Auch ist der Energieverbrauch bei Lampenprojektoren meist höher als bei Laser- und LED-basierten Geräten. Der Beamer benötigt zudem lange Aufwärm- und Abkühlphasen. Andererseits bieten Lampenbeamer eine hohe Leuchtkraft, erreichen starke Kontrastwerte und sind kostengünstig.

Laser

Projektoren mit Laser-Lichtquelle können eine extrem hohe Helligkeit erreichen und eignen sich daher besonders als Installations-Beamer für große Besprechungs- und Konferenzräume, Hörsäle und Event-Locations. Die Lichtquelle hat eine Lebensdauer von 20.000 bis 30.000 Stunden. Sie ist weitgehend wartungsfrei, was vor allem dann von Vorteil ist, wenn das Gerät an einer hohen Decke oder einem anderen schwer erreichbaren Ort installiert ist. Zu unterscheiden ist zwischen Phosphor-, RB- und RGB-Lasern, wobei die RGB-Technologie die größte Farbraumabdeckung bietet, allerdings auch am kostenintensivsten ist.

W

LED

Wie bei der Haus- und Verkehrsbeleuchtung ist die LED-Technologie auch im Bereich der Bildprojektion ein junger Trend, der viele Vorteile bietet. LED-Beamer arbeiten besonders energieeffizient, sind wartungsarm und haben eine lange Lebensdauer von meist 30.000 Stunden. Zudem projizieren sie besonders starke und authentische Farben. Die Technologie punktet bislang vor allem im Bereich Home-Entertainment, da die Lichtleistung ausschließlich LED-basierter Geräte noch begrenzt ist und für taghelle Besprechungsräume oder Auditorien nicht ausreicht. Für eine stärkere Lichtleistung werden LED- und Lasertechnik von vielen Herstellern miteinander kombiniert.

Grundfragen der Produktauswahl

Entscheidende Aspekte für die Kaufentscheidung bei Beamern sind der jeweilige Einsatzort und Verwendungszweck. Sie bestimmen darüber, welche Geräte infrage kommen und auf welche Weise sie installiert werden. Dabei ist eine umfassende Beratung durch einen erfahrenen AV-Spezialisten unerlässlich. Die folgende Übersicht liefert eine erste Orientierung zum Thema anhand von fünf zentralen Anhaltspunkten.

1. Welcher Beamer bei Tageslicht?

Oft wird die Frage gestellt, welche Beamer sich für den Einsatz in taghellen Räumen eignen. Wichtig dafür ist die Helligkeitsleistung des Projektors. Sie wird meist nach international standardisierten Messverfahren festgestellt und in ANSI Lumen angegeben. Als Faustregel gilt, dass ein Beamer in einem mittelgroßen Besprechungsraum mit Tageslichteinfall mindestens 3.000 ANSI Lumen leisten sollte. Für Konferenzräume und Auditorien steigt der Mindestwert auf 5.000 ANSI Lumen, während Beamer für große Eventhallen eine Leuchtkraft von 10.000 ANSI Lumen und mehr erbringen müssen.

2. Auflösung und Seitenverhältnis

Die Auflösung des Beamers gibt an, wie viele Bildpunkte (Pixel) auf der Leinwand angezeigt werden. Die Mindestauflösung für gut erkennbare Bilder beträgt 1.920 x 1.080 Pixel. Dies entspricht dem Standard Full HD im Seitenverhältnis 16:9. Wenn regelmäßig Inhalte in 4K-Qualität ausgespielt oder sehr kleinteilige Grafiken und Tabellen gezeigt werden sollen, empfiehlt sich die Ultra HD-Auflösung (3840 × 2160 Pixel). Ist eine Projektion im 16:10-Format gewünscht, sollte der Beamer eine Mindestauflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln (WUXGA) bieten.

3. Kontrast und Farbraum

Nicht nur die Helligkeit und Auflösung sind entscheidend für die Bildqualität, sondern auch das Kontrastverhältnis. Es bezeichnet die Differenz zwischen dem hellsten und dunkelsten Bildpunkt. Für hochwertige Bilder sollte das Kontrastverhältnis bei mindestens 5.000:1 liegen. Auch die Farbdarstellung spielt eine wichtige Rolle. Zeitgemäße Beamer müssen mehr als eine Milliarde Farben projizieren können. Sollen mit dem Gerät auch Filmvorführungen stattfinden, empfiehlt sich zudem eine möglichst hohe Abdeckung des Kinofarbraums DCI-P3.

4. Festinstallation oder mobil?

In der Regel werden Projektoren in Besprechungsräumen und Klassenzimmern fest an der Decke installiert. In manchen Fällen soll der Beamer aber mobil einsetzbar ist, also in den Präsentationsraum mitgebracht werden. Dafür gibt es spezielle Produkte, die ein geringes Gewicht haben und Inhalte direkt von Speichermedien wie USB-Sticks wiedergeben können. Zudem bieten sie weitere Funktionen, die einen spontanen Einsatz ohne großen Einstellungsaufwand ermöglichen. Dazu zählt etwa eine automatische Trapezkorrektur, die mögliche Bildverzerrungen eines leicht schief stehenden Beamers ausgleicht.

5. Ökologische Faktoren

Wie bei allen technischen Geräten sind Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit auch bei Projektoren relevante Kaufkriterien. Sie hängen eng mit der eingebauten Lichtquelle zusammen, wobei Lampenbeamer die schlechteste Umweltbilanz haben. Erstens verbraucht die Glühlampe viel Energie, zweitens enthält sie schädliches Quecksilber. Laser- und LED-Beamer sind energieeffizienter, haben eine längere Lebensdauer und sind quecksilberfrei. Einige Geräte verfügen zudem über die strenge TCO-Nachhaltigkeits-Zertifizierung.