Die Landschaft der Video-Anschlüsse und Audio-Anschlüsse ist vielfältig. Geräte wie Beamer, Displays und Audiosysteme bieten eine ganze Reihe an Schnittstellen nebeneinander. Im Ahlemeyer-Ratgeber stellen wir Ihnen die wichtigsten AV-Anschlüsse vor. Zudem erklären wir die Vor- und Nachteile. Ein Überblick für mehr Durchblick im Kabeldschungel.

AV-Anschlüsse in Konferenzraum, Besprechungsraum und Klassenzimmer

Die digitale Kommunikationstechnik ist aus modernen Klassenzimmern, Konferenz- und Besprechungsräumen nicht mehr wegzudenken. Und sie entwickelt sie sich stetig weiter. Das betrifft auch die Verbindungsschnittstellen zwischen dem AV-System und den mobilen Endgeräten von Teammitgliedern, Schülern und Lehrern. Wofür Sie die unterschiedlichen AV-Anschlüsse nutzen und worin ihre jeweiligen Stärken und Schwächen liegen, erfahren Sie hier.

HDMI (High Definition Multimedia Interface)

Die HDMI-Schnittstelle gibt es seit rund 20 Jahren. Sie brachte einen wichtigen technischen Fortschritt, da sie digitale Bild- und Audiosignale zugleich übertragen kann. Seitdem wurde das Interface fortlaufend weiterentwickelt. Während die maximale Auflösung der Urversion HDMI 1.0 bei 1920 × 1080 Bildpunkten (Full HD) lag, schafft das aktuelle HDMI 2.1a ganze 7680 × 4320 Pixel (8K). Auch die Audioqualität wurde immer weiter verbessert. Neben dem Einsatz im Home Entertainment wird HDMI daher auch zunehmend in der professionellen AV-Technik genutzt. Insofern Sie nicht über einen kabellosen Zugang verfügen, können Sie Ihren Laptop häufig via HDMI mit dem AV-System verbinden.

DisplayPort (DP)

Ebenso wie HDMI kann auch DisplayPort Bild und Ton digital übertragen. Die beiden Verbindungen stehen in direkter Konkurrenz zueinander. Dabei bietet DisplayPort eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit von etwa 77 Gigabit pro Sekunde. HDMI schafft rund 43 Gigabit. Seit der Version 2.0 liefert DisplayPort eine 8K-Auflösung. Dabei ist die Technologie für die Kommunikation zwischen Computern und Ausgabegeräten optimiert. Vor allem in ultradünnen Notebooks kommt das verkleinerte Steckerformat „Mini DisplayPort“ zum Einsatz. Über DisplayPort oder Mini DisplayPort kommuniziert Ihr Notebook in Hochgeschwindigkeit mit dem Videokonferenzsystem Ihres Besprechungsraums, Klassenzimmers oder Konferenzraums.

USB-C (Universal Serial Bus)

USB-C ist kein reiner AV-Anschluss, sondern eine Universal-Schnittstelle. Neben der Übertragung von Bild- und Tonsignalen können über eine USB-C-Verbindung Mobile Devices aufgeladen, Geräte mit Strom versorgt und Dateien transferiert werden. Zum Übertragen von Video- und Audiosignalen kann USB-C verschiedene Protokolle nutzen, unter anderem das DisplayPort-Protokoll. Entsprechende USB-C-Anschlüsse sind mit dem DP-Logo gekennzeichnet. Via USB-C verknüpfen Sie unter anderem Smartphones und Tablets direkt mit dem vorhandenen AV-System. Mehr Informationen zur USB-Technologie haben wir in einem weiteren Ratgeber-Artikel für Sie zusammengestellt.

Reine Video-Anschlüsse

Insbesondere, um mit älteren Zuspielgeräten kompatibel zu sein, bieten auch aktuelle AV-Komponenten wie Displays und Beamer noch reine Video-Anschlüsse. Dazu zählen insbesondere die Schnittstellen DVI und Component Video.

DVI (Digital Visual Interface)

DVI ist ein in die Jahre gekommener Standard zur Übertragung analoger (DVI-A) oder digitaler (DVI-D) Bildsignale. Moderne Displays und Beamer haben, wenn, dann meist nur noch einen digitalen DVI-Input. Aufgrund der geringen Übertragungsgeschwindigkeit und einer Maximalauflösung von nur 2560 × 1600 Pixeln (WQXGA), wird die DVI-Technologie mittelfristig vom Markt verschwinden. Und so das Schicksal ihres Vorgängers VGA teilen.

Component Video (Y-Pb-Pr)

Auch mit Component Video können ausschließlich Videosignale übertragen werden. Der Standard diente bis in die 2000er Jahre vor allem für die Verbindung hochwertiger Abspielgeräte von LaserDiscs und DVDs mit Beamern, Fernsehern oder Displays. Die maximale Auflösung beträgt dabei 1920 × 1080 Bildpunkte (Full HD). Heute ist Component Video gegenüber leistungsstärkeren Technologien fast vollständig zurückgetreten.

Reine Audio-Anschlüsse

Im Gegensatz zu den vorgestellten Bildübertragungs-Technologien sind viele der reinen Audio-Schnittstellen noch aktuell und werden vor allem in der professionellen Tontechnik auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Klinkenstecker

Diese analoge Steckverbindung geht zwar bis ins 19. Jahrhundert zurück, kommt jedoch auch in der aktuellen Tontechnik zum Einsatz. Es gibt Klinkenstecker in verschiedenen Größen und Ausführungen – vom Monostecker bis zur Stereoverbindung mit Zusatzkontakten. Das Durchmesser beträgt 2,5 bis 7,13 Millimeter. Besonders bekannt ist die 3,5-mm-Stereoklinke für den Kopfhöreranschluss tragbarer Geräte – wobei gerade Smartphones hier zunehmend auf USB-C setzen. Audio- und Instrumentenverstärker nutzen meist das 6,35-mm-Klinkenformat.

Cinch (RCA)

Lange Zeit waren Cinch-Stecker die analoge Standard-Schnittstelle für (heimische) Hifi-Anlagen und dienten insbesondere zur Verbindung von Plattenspielern und anderen Abspielgeräten mit Verstärkern. Die Technologie wurde in den 1940er Jahren in den USA entwickelt. Später konnten speziell aufgebaute Cinch-Kabel in Verbindung mit dem S/PDIF-Protokoll auch digitale Audiosingale übertragen. Wenn keine kabellose Verbindung, zum Beispiel via Bluetooth, zur Verfügung steht, lassen sich manche Smartphones und Tablets über ein Mini-Klinke-auf-Cinch-Kabel mit Audiosystemen verbinden. Bei neuen Mobile Devices wird dazu ein USB-C-auf-Cinch-Kabel benötigt.

XLR (Cannon-Stecker)

Die robuste XLR-Schnittstelle ist in der professionellen Ton- und Veranstaltungstechnik weit verbreitet und kommt zum Beispiel in Konzertsälen, auf Musikfestivals oder auch in Schulaulen zum Einsatz. Sie überträgt sowohl Audio- als auch Lichtsignale zuverlässig und eignet sich zudem zur Steuerung von Spezialgeräten wie Nebelmaschinen. Tonsignale lassen sich mit XLR-Kabeln ohne Qualitätsverlust oder Störgeräusche über extrem weite Strecken von bis zu 200 Metern übertragen. Durch das große Durchmesser der Stecker und Buchsen eignet sich XLR allerdings nicht für den Einsatz in kleinen Geräten.

speakON

speakON wird in der professionellen Audiotechnik vor allem zur Verbindung von Verstärkern und Lautsprechern eingesetzt. Die Schnittstelle bietet durch ihre große Anzahl an Kontakten die Möglichkeit, mehrkanalige Soundsysteme mit nur einem Stecker anzusteuern. Zudem ist die Technologie sehr belastbar, und die Steckverbindung hat einen starken Berührungsschutz. Das ist vor allem im Umgang mit extrem starken Audiosystemen von Vorteil, deren Leistung im höheren Kilowatt-Bereich liegt.

S/PDIF (Sony/Philips Digital Interface)

Die Sony/Philips-Schnittstelle S/PDIF bietet zwei Möglichkeiten zur Signalübertragung: elektrisch über ein spezielles Cinch-Kabel oder optisch via Glasfaser (Toslink). Aufgrund der eingeschränkten Geschwindigkeit tritt S/PDIF gegenüber anderen digitalen Schnittstellen wie HDMI jedoch zunehmend in den Hintergrund. Wenn Sie sich tiefergehend mit dem Thema Tonsignalübertragung befassen möchten, empfehlen wir Ihnen diesen übersichtlichen Artikel zum Einstieg.

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